Friday, October 07, 2005

Englischer Libertärer sieht vorrevolutionäre Zustände im Land

Der Historiker Dr. Sean Gabb, ein wortgewaltiger und daher in seinem Land einigermaßen bekannter englischer Libertärer und Konservativer (aber ganz entschieden nicht Mitglied der Konservativen Partei) spürt derzeit in seinem Heimatland eine Atmosphäre ähnlich der Situationen in England in den 1630er Jahren (vor dem Cromwell'schen Umsturz), in Frankreich vor 1789 oder in Mitteleuropa vor 1848.

Nach 8 Jahren habe "New Labour" endgültig den in der Thatcher-Zeit angelegten Vorrat an wohlstandsfördernder Struktur aufgezehrt und das Land in einen militarisierten Polizeistaat der political correctness umgebaut. Die Blair-Regierung mache sich immer mehr Feinde, so Gabb, denn:

It has alienated the liberal middle classes and the conservative working classes. It has upset the most respectable and politically engaged ethnic minorities. It is alarming everyone who has been prudent enough to acquire a freehold or a little capital. It has stolen our pensions. It has given us a police force unwilling to protect our lives and properties, but eager to use lethal force against anyone who might seem inclined to look at them in a funny way. It has raised up a terrorist threat that did not exist before – nor would have existed without – our joining in a failed war of conquest with its attendant atrocities in the Middle East. ...

It has spent the past eight years destroying or co-opting nearly every institution of civil society that might once have provided means of resisting it. Whether we look to the media or the universities or the administration or most corporate business, we see a solid phalanx of placemen or collaborators in positions of control.


Und gegen diese Entwicklung gebe es keine organisierte Opposition. Die Strategie der Konservativen Partei, so Gabb, ist es, die Schale voller Labour-Abscheulichkeiten nicht auf dem Boden zu zerschmettern, sondern diese zu übernehmen, möglichst ohne etwas zu verschütten.

Bei der letzten Unterhauswahl im Mai 2005 hätten viele aus Mangel an Alternative noch einmal konservativ gewählt, doch diese Wähler wandern nun ab. Viele können sich aber weder mit den (euro-enthusiastischen) Liberaldemokraten noch mit den mehr oder weniger hoffnungslosen bis skurrilen Splitterparteien anfreunden. Somit entseht ein politisches Vakuum, das irgendwann (Gabb meint: bald) eine politische Erschütterung auslösen wird.

We are looking at an explosion of anger such as England has never seen. ...

I am certainly not the kind of person able to lead such an overthrow. Instead, I am only observing what seems to me an obvious truth. Because the rulers of this country will not read the letters and e-mails of respectable complaint, they will be forced one day to listen to the roar from the streets.

3 Comments:

Blogger KLIX said...

Die Theorie, dass sich das politische Vakuum in England mit einen Kanll auflöst finde ich interessant, aber ich bin unbesorgt...Die Flutwelle wird das europäische Festland nicht erreichen.
Darf ich dich was Privates fragen? Diese Links die du an der Seite hast, ich hätte gern auch so welche, bin aber technisch nicht versiert genug. Kannst du mir nen kurzes feedback geben? Ich wäre dir sehr verbunden, du wärst mein erster Kommentator

1:06 pm  
Blogger Herfried said...

Aber hoffentlich bald! Wenn die Tories den Euro-Pudel Ken Clark zum Parteichef wählen - dann Gute Nacht, Vereinigtes Königreich!

7:58 pm  
Blogger Gassenfenster said...

Alles Wichtigtuerei!

Die Briten haben Labour erst in diesem Jahr wiedergewählt. Mag sein, dass das damit zusammenhängt, dass man Blair die Verdienste zuschreibt, die eigentlich immer noch Thatcher zugeschrieben werden müßten. In jedem Fall aber bedeutet es, dass die Bevölkerung mit der derzetiggen Situation zufrieden ist. Die Wirtschaft läuft immer noch - trotz kontraproduktiver linker Internventionen - verhältnimäßig gut. Und darauf kommt es hauptsächlich an. Die britische Polizei ist auch weit entfernt von dem Bild, was in dem Artikel von ihr gezeichnet wird. Die Überwachungskameras, die hier an jeder Strassenecke hängen, mag man natürlich kritisch betrachten, aber Tatsache ist, dass die Briten sie durchaus nicht durchweg als freiheitseinschränkend, sondern eher freiheitsfördernd wahrnehmen.
Sie geben einem nämlich die Freiheit, sich ohne Angst durch gewisse Stadtteile bewegen zu können, öffentliche Verkehrsmittel benutzen zu können, ohne dass man ständig von asozialen angepöbelt wird, etc.
Jetzt mag der ein oder andere denken: Ich lasse mich lieber ab und zu mal verprügeln oder ausrauben, anstatt ständig von der Polizei überwacht zu werden. Ist vielleicht auch die richtige Einstellung, nur denkt der Durchschnittsbürger nicht so. Dem ist nämlich seine Sicherheit lieber. Also, keine Revolution in GB.
Wenn ihr eine Revolution sehen wollt, schaut lieber nach Kontinentaleuropa. Das revolutionäre Potential in Deutschland wächst deutlicher. Nur bekommen wir wohl keine liberale oder libertäre, sondern eine Revolution der Hartz4-Verlierer angeführt von linken Populisten, die uns gleich zurück in Zeiten von Staatswirtschaft und Polizeistaat steuern wollen.

8:52 am  

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